Das Objekt-Paradigma in der Informatik by Klaus Quibeldey-Cirkel

By Klaus Quibeldey-Cirkel

"Versucht guy heute, den Zustand der Informatik mit einem Wort zu charakterisieren, so stojJt guy unweigerlich auf das Wort, orientiert'. Denn viele Konzepte und Methoden der Informatik betreibt guy anwei sungsorientiert, fu, nktionllorientiert, logikorientiert, sYlltemorientiert, modellorientiert, sicherheitsorientiert, KI-orientiert, objektorientiert, netzorientiert, musterorientiert, datenorientiert, applikationsorientiert usw. Das Wort, orientiert' offenbart einen Wesenszug der heutigen Informatik: Sie ist keine in sich ruhende abgeschlossene Wissenschaft, sie befindet sich vielmehr in permanenle;- Weiterentwicklung, und sie ezperimentiert mit allen moglichen Entwicklungsrichtungen. Ursache dieses Suchens ist der Widerspruch zwischen Wunsch und Wirklichkeit, Ausdruck dieses Suchens sind stiindig neue Methoden. " Volker CLAUS [Claus, 1989] Die Faszination der Informatik geht vom Objekt aus: Dem Reiz der Objektorientie rung kann sich kaum jemand mehr entziehen, zu umfassend ist die neue Sicht der Dinge. Der Bogen spannt sich zwischen Wissenschaft und Technik, und die junge Informatik erhebt so ihren Anspruch, eine Technik-Wissenschaft zu sein [Luft, 1988]. Selten zuvor wurden Theorie und Praxis von einem einzigen Paradigm a iiberbriickt, das heiBt von einer gemeinschaftlichen Denk- und Handlungsweise. Der objektorientierte Ansatz misplaced die perspektivischen Widerspriiche: Er vereint den wissenschaftlichen Generalisten mit dem professionellen Spezialisten und trii. gt die Hoffnung auf eine "Wissenschaft des Entwerfens." Das Ziel ist der systema tische Entwurf komplexer Artefakte, sei es smooth- oder undefined; "Creating the bogus" nennt es der Nobelpreistrii. ger Herbert SIMON [Simon, 1982]. Den ob jektorientierten Weg dorthin - iiber examine, layout und Implementierun- beschreibt diese Studie.

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Silver Bullets* gegen Soft- und Hardware-Entwiirfe der BROOKSschen Qualitat sind nicht in Sicht, aber Hopes for the Silver! 1 Die deskriptive Natur der Komplexitat Als Einstieg schliefien wir uns der Interpretation von Robert ROSEN an: Komplexitat ist keine Objekteigenschaft per se oder die Eigenschaft einer einzelnen Objektbeschreibung. Die Essenz der Komplexitat liegt vielmehr im Pluralismus der moglichen Beschreibungen, in der Vielfalt der Mefimethoden, -techniken und -werkzeuge, iiber die ein Betrachter verfiigt [Rosen, 1977].

Komplexe Programme lassen sich nicht schrittweise auf der Ebene der Anweisungen verstehen, es sei denn, daB eine Anweisung einen 10gischen Block darstellt. Die MILLERsche Zahl steht also auch motivierend hinter den Struktogrammen von N ASSI und SHNEIDERMAN. 6 zeigt ein Beispiel, das [Sommerville, 1990] entnommen wurde. Der BubbleSort-Algorithmus kann unabhiingig von der gewiihlten Programmiersprache (der syntaktischen Notation) in nur wenigen semantischen Blocken aufgenommen werden. 1st eine mentale semantische Struktur des Programms aufgebaut, kann sie dauerhaft ins Langzeitgediichtnis iibernommen werden.

539]. Die Mehrheit wissenschaftlich interessanter Systeme falit in diese Komplexitatsklasse. " [Klir, 1985, S. 136] Analyse und Entwurf erfordern also ein interdisziplinares methodisches Riistzeug, das bislang kaum zur Verfiigung steht und Gegenstand der modernen Systemtheorie schlechthin ist. 2 Anspruchsvolle Soft- und Hardwaresysteme sind zweifellos im mittleren Komplexitatsbereich der WEAVERschen Linie einzuordnen. Wir gehen folglich von einem Problem geordneter Komplexitiit aus, die sich zwar linear aus der Anzahl einfacher und idealisierter Systemkomponenten, aber "kombinatorisch explosiv" aus deren mannigfaltiger Verbindungsstruktur ergibt.

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